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KSB Rheinisch-Bergischer-Kreis e.V.

Inklusion im und durch Sport

Inklusion im und durch Sport gehört zu den großen gesellschaftlichen Themen des Sports. In einer Vielzahl von Maßnahmen und Sportangeboten wird sie in Sportvereinen und Sportverbänden bereits gelebt. Gleichwohl ist die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten sowie in den Sturkturen des organisierten Sports noch nicht überall und flächendeckend selbstverständlich (s. Strategiekonzept des DOSB).

Auch für den Kreissportbund Rheinisch-Bergischer Kreis ist es gleichsam Auftrag wie eigener Anspruch, die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu fördern und zu stärken. Dazu ist es u.a. erforderlich, praktische Konzepte und Modelle zu entwickeln, die mehr Begegnungs- und Wahlmögichkeiten zu schaffen, die ein gleichwertiges, gleichberechtigtes und auch gemeinsames Sporttreiben fördern. 

  • Was bedeutet Inklusion?

    Bei Inklusion geht es um die Vielfalt unserer Gesellschaft, wobei sich die Vielfalt nicht ausschließlich auf Menschen mit Behinderung bezieht, sondern alle miteinschließt. Inklusion heißt, dass jeder Mensch selbstbestimmt und gleichberechtigt - von Anfang an und unabhängig von individuellen Merkmalen - an allen gesellschaftlichen Bereichen teilnehmen kann.

    Mehr dazu finden Sie im Index für Inklusion im und durch Sport vom Deutschen Behindertensportverband e.V..

    Die "Aktion Mensch" erklärt auf ihrer Seite und in einem kurzen Video was Inklusion ist.

  • Was bedeutet Inklusion im und durch Sport?

    Im Sinne der Inklusion ist auch der organisierte Sport vor die gesamtgesellschaftliche Aufgabe gestellt, umfassenden Teilhabe zu ermöglichen und die damit verbundenen Chancen und Möglichkeiten zu nutzen (s. Index für Inklusion im und durch Sport).

    In einer Vielzahl von Sportangeboten, Aktionen, Konzepten, Maßnahmen und Programmen in den Sportvereinen und Sportverbänden ist das Thema bereits verankert. Bewegung, Spiel und Sport sind besonders geeignet das gegenseitige Kennenlernen und Zusammenwirken von allen Menschen zu fördern, den Gedanken der selbstbestimmten, gleichberechtigten Teilhabe im Bewusstsein zu verankern und Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft zu stärken. Es gilt diese Aktivitäten weiter auszubauen und immer mehr Möglichkeiten für ein gemeinsames Sporttreiben zu schaffen (s. Positionspapier des DOSB).

    Der Landessportbund NRW hat auf seiner Mitgliederversammlung im Januar 2016 das Positionspapier "Sport und Inklusion: Vielfalt im Sport gestalten - gleichberechtigte Teilhabe fördern" verabschiedet. Diese Positionierung bietet einen grundlegenden Orientierungsrahmen für das gesamte Verbundsystem des Sports in Nordrhein-Westfalen, um Menschen mit Behinderungen eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe am Sport zu ermöglichen. Um seiner Rolle als Inklusionsakteur gerecht zu werden und das inklusive Potential des Vereins- und Verbandssports bestmöglich zu entfalten, sind für den organisierten Sport in NRW dabei vier Grundsätze handlungsleitend:

    • Wir erkennen Sportler/-innen mit Behinderung als selbstverständlich im Vereins- und Verbandssport an.
    • Wir unterstützen in unseren Sportvereinen, Bünden und Verbänden eine Willkommenskultur, die von Respekt, Anerkennung von Vielfalt und Wertschätzung der individuellen Potentiale jedes einzelnen Menschen geprägt ist.
    • Wir beziehen Menschen mit Behinderung als Experten in eigener Sache in die inklusive Entwicklung des Vereins- und Verbandssport mit ein.
    • Wir setzen uns für die Schaffung von Rahmenbedingungen ein, die Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit eröffnen, ihren Sport gemäß ihren individuellen Wünschen und Voraussetzungen zu treiben.

    Ausgehend von diesen handlungsleitenden Grundsätzen wird es zukünftig darum gehen, Inklusion im Sport entlang der drei Schritte "Inklusive Kulturen schaffen", "Inklusive Strukturen etablieren" und "Inklusive Praktiken entwickeln" voranzutreiben und landesweit als Querschnittsthema des Sports in NRW zu etablieren. Dabei fangen wir nicht bei null an. Teilhabe wird bereits in vielen Sportverbänden und -vereinen gelebt.

    Inklusion im Sport bedeutet, dass jeder Mensch nach seinen individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen ein Sportangebot wählen und an diesem - selbstbestimmt und gleichberechtigt - teilnehmen kann. Auf der anderen Seite geht es um die Mitsprache, das Mitmachen und Mitbestimmen in den Strukturen des organisierten Sports auf haupt- und ehrenamtlicher Ebene (s. Index für Inklusion im und durch Sport, S. 15).

    Inklusion durch Sport bedeutet, dass durch Sport ein Verständnis füreinander und der gegenseitige Respekt gefördert werden. Dies passiert sowohl durch das gemeinsame Sporttreiben, als auch durch die Wahrnehmung von Fähigkeiten und Leistungen eines jeden Einzelnen (s. Index für Inklusion im und durch Sport, S.16).

  • Wie wird ein gemeinsames Sporttreiben umgesetzt?

    Das Bewusstsein für die Ungleichheit und Gleichwertigkeit der Menschen steigert sich nicht von selbst. Es bedarf eines Wissens und der Verbreitung, was das Wort Inklusion bedeutet und einer Strategie um den langfristigen Prozess eines inklusiven Lebens im Sport zu begleiten.

    Das Strategiekonzept des DOSB soll eine gelingende Inklusion im organisierten Sport unterstützen. In ihm sollen der Rahmen für das Themenfeld dargelegt, die Rollen, Funktionen und Aufgaben der verschiedenen Beteiligten geklärt und die Ziele des organisierten Sports festgelegt werden.

    Mit dem "Index für Inklusion im und durch Sport" hat der Deutsche Behindertensportverband e.V. (DBS) im Jahr 2014 einen Wegweiser zur Förderung der Vielfalt im organisierten Sport in Deutschland herausgebracht. Er ist als Nachschlagewerk und Verzeichnis zu nutzen und bietet darüber hinaus einen Fragenkatalog zur Überprüfung der Vereinssituation. Darüber hinaus lassen sich Arbeitsmaterialien und gute Praxisbeispiele entnehmen.

    Das Papier "Bewegung leben - Inklusion leben - Wege und Beiträge des organisierten Sports in Deutschland zu einer inklusiven Gesellschaft" des DOSB, DBV, DGS und Special Olympics Deutschland dient der Orientierung aller im deutschen Sport agierender Verbände, Vereine und Personen zum Begriff der Inklusion sowie über die UN-Behindertenrechtskonvention und deren Forderungen. Es soll zur Entwicklung inklusiver Prozesse beitragen und Wege zu einer inklusiven Sportlandschaft aufzeigen.

  • Wie kann ein Sportverein das Themenfeld Inklusion gestalten?

    Jeder Sportverein ist anders, ob groß oder klein, Mehr- oder Einspartenverein. Deswegen lässt sich sagen, dass es nicht DEN einen Weg gibt. Aber der Grundgedanke der Inklusion soll Sportvereine ermutigen, Voraussetzungen für Inklusion zu schaffen. Sportvereine bieten die ideale Plattform, um Inklusionsprozesse zu initiieren.

    Für den Sportverein könnten inklusive Prozesse wie folgt aussehen (s. Index für Inklusion im und durch Sport, 2014):

    • Machen Sie Inklusion zum Thema in Ihrem Verein (z.B. in Gremien- und Ausschusssitzungen, Arbeitsgruppen, Veranstaltungen)
    • Machen Sie Inklusion zum Thema in der Politik - Stellen Sie Ihr Engagement der Kommune, Stadt, Gemeinde vor
    • Stärken Sie die Lobbyarbeit bei der zuständigen Kommune, Stadt, Gemeinde zur Überprüfung und Umsetzung der Barrierefreiheit in Sportstätten
    • Geben Sie Empfehlungen und beraten Sie Kommunen, Städten, Gemeinden für eine barrierefreie Umsetzung von Baumaßnahmen
    • Stellen Sie eine/n Ansprechpartner/in bereit und diese/n in den Vereinsstrukturen vor
    • Prüfen und implementieren Sie Inklusionskonzepte der Landessportbünde bzw. Fachverbände zur Umsetzung des Inklusionsgedankens im Verein (z.B. Informationsmaterialien zum Umgang mit der Thematik, Handlungsempfehlungen)
    • Nehmen Sie Beratungs- und Informationsangebote zur Inklusion durch Landessportbünde bzw. Fachverbände (bedarfsorientiert/zielgruppenorientiert) wahr
    • Suchen Sie gute Beispiele aus der Praxis und etablieren Sie diese in Ihren Strukturen
    • Nehmen Sie an Wettbewerben, Projektausschreibungen zur Inklusion der Landessportbünde bzw. Fachverbände teil
    • Führen Sie einen "Inklusionstopf" ein, aus dem kleine Initiativen gefördert werden können
    • Ermöglichen Sie sportartspezifische, allgemeine und zielgruppenspezifische Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Übungsleiter/innen und Trainer/innen
    • Bauen Sie Netzwerke mit Behindertensportvereinen zur Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen im Freizeit- und Breitensport auf und aus (z.B. gemeinsame Spiel- und Sportfeste, breitensportorientierte Sportarten oder die Durchführung des Deutschen Sportabzeichens für Menschen mit und ohne Behinderung)

     

    Bevor Sie sich auf den Weg machen, sollten Sie sich über die Chancen und Risiken bewusst sein.Oft genannte Chancen und Risiken in der Inklusionsarbeit werden im Folgenden tabellarisch dargestellt.

    Chancen und Risiken einer Inklusionsarbeit
    Chancen einer Inklusionsarbeit im SV Risiken einer Inklusionsarbeit im SV
    Ab.- und Umbau von räumlichen Barrieren; mehr Ressourcen Finanzielle Ressourcen zur Inklusionsarbeit sind nicht ausreichend
    Kulturoffenheit im verbesserten Leitbild des Vereins verankern
    Weiterqualifizierung für "inklusive" Übungsleiter Finanzierung der Qualifizierung teilweise nicht möglich
    Große Sensibilisierung zum Thema "Inklusion" Zum Thema "Inklusion" bestehen Unsicherheiten und Unstimmigkeiten im Verein. Mitgliederanzahl schrumpft
    Finanzielle Unterstützung für inklusive Projekte (z.B. Aktion Mensch)
    Niedrigschwellige Sportangebote bieten hohes Inklusionspotenzial Der personelle und zeitliche Aufwand der Inklusionsarbeit ist zu hoch
    Gewinn neuer Vereinsmitglieder
    Zusammenhalt innerhalb des Vereins wird durch die gesamte Inklusionsarbeit gestärkt
    Gewinn neuer Partnerschaften (Netzwerken)

    Sollte sich Ihr Verein auf den Weg machen, den eigenen Inklusionsprozess zu gestalten, unterstützen wir Sie gerne, egal wo Sie aktuell stehen.

  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Vereine?

    Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der Landessportbund NRW fördern seit 2016 gemeinsam das Engagement von Sportvereinen, die der Schaffung inklusiver Angebote für Menschen mit und ohne Behinderungen der Sportvereine zu Gute kommen. Angebunden an das Landesprogramm 1000x1000 sollen Sportvereine vielfältig unterstützt werden, inklusive Sportangebote zu entwickeln und umzusetzen. Die Förderung 1000x1000 in Höhe von 1.000,00 € je Verein dient dabei z.B. der Anschaffung von Bewegungs-, Spiel- und Sportgeräten, die zur Umsetzung von inklusiven Angeboten gebraucht werden, Maßnahmen, die der Gewinnung, Qualifizierung und Fortbildung von Vereinsmitarbeiter/innen zur Durchführung inklusiver Angebote dienen, der Schaffung neuer sportlicher und/oder geselliger Angebote in Sportvereinen für Menschen mit und ohne Behinderung oder Maßnahmen zur barrierefreien/-armen Gestaltung von Vereinsinformationen (z. B. Homepage, Broschüren etc. in Leichter Sprache, Blindenschrift, Gebärdensprache u.v.a.m.).

    Über die Aktion Mensch lassen sich viele Maßnahmen im Sport fördern (Flyer mit den Fördermöglichkeiten). Sport als Inklusionstreiber ist ein wichtiges Thema für die Aktion Mensch und ihre Förderung. Mit dem Ziel, möglichst viele inklusive Sportangebote zu schaffen, motiviert die Aktion Mensch deshalb Verbände und freie gemeinnützige Träger, sich noch mehr in diesem Bereich zu engagieren. Gefördert werden zum Beispiel:

    • Die Durchführung von überregionalen Sportveranstaltungen
    • Die Entsendung von Sportlerteams zu internationalen Wettkämpfen
    • Die Weiterbildung von Trainern, Übungsleitern und Betreuern, als Grundlage zur inklusiven Öffnung von Sportangeboten
    • Die Barrierefreiheit von Sportangeboten
    • Der barrierefreie Zugang zu Sportstätten als Grundvorrausetzung für gemeinsamen Sport von Menschen mit und ohne Behinderung.

     

    Über den Förderfinder der Aktion Mensch finden Sie mit wenigen Klicks die passende Förderung. Weitere Grundlagen und Programme zum Thema Förderung der Aktion Mensch finden Sie hier.

    Über die Homepage des DOSB finden Sie darüber hinaus weitere Fördermöglichkeiten von Stiftungen.

Kontakt

Janik Pfeiffer
Fachkraft Integration durch Sport

Kreissportbund Rheinisch-Bergischer Kreis e.V.